Diersfordter Forst

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Erholung zwischen Hirsch, Schaf und Wildschwein

  Diersfordter Forst

Ein Perspektivenwechsel, der die Augen öffnet: Als Dr. Peter van Nahmen nach einigen Jahren fernab seiner Heimat zurück nach Hamminkeln kehrte, wurde ihm erst richtig bewusst, wie schön der Niederrhein ist. „Nun habe ich mir ein Mountainbike gekauft, damit ich an jede noch so versteckte und schöne Stelle meiner Heimat gelange. Dabei entdecke ich immer mehr abgelegene Gegenden, wie zum Beispiel im Diersfordter Wald und Wildgatter“, so der Geschäftsführer der Obstkelterei van Nahmen. Das Wildgehege im Naherholungsgebiet Diersfordter Wald nördlich der Stadt Wesel ist sein Lieblingsplatz am Niederrhein. „Dieser Ort ist ein Pflichtteil meiner Radtour und wird in jede Route eingebaut“, lacht der gebürtige Hamminkelner.

Sanddünen, so weit das Auge reicht, knorrige Eichen, Rotbuchen und Waldkiefern prägen das Gebiet, das zu Spaziergängen oder Radtouren einlädt. Der Diersfordter Wald ist der größte zusammenhängende bodensaure Eichenwald Nordrhein-Westfalens und beheimatet die größte Population der Hirschkäfer. Besonders das 350 Hektar große Wildgatter fasziniert Peter van Nahmen: „Ich genieße die Weite des Waldes und nutze die herrliche Ruhe für Naturbeobachtungen. Mit etwas Glück entdecke ich Hirsche, Wildschafe oder Wildschweine im Wildgehege.“

Unterschiedliche Farbnuancen

Ein Besuch des Schwarzen Wassers ist für Peter van Nahmen bei seiner Route ebenfalls ein Muss. Dieses rund 100 Hektar große Fauna-Flora-Habitat-Gebiet liegt im Diersfordter Wald. Kiefernforste und Eichenbirkenwälder umgeben den Weiher, ebenso finden sich hier Heideflächen und Übergangsmoore. „Bei meinen Ausflügen halte ich auf dem 200 Meter langen Steg inne. Hier ist es zu jeder Tages- und Jahreszeit schön. Die unterschiedlichen Lichtverhältnisse, sei es durch die Morgensonne, dichten Nebel oder das Abendrot, lassen die Landschaft in verschiedene Farbnuancen eintauchen. Das ist faszinierend. Ich fühle mich geerdet, finde Ruhe und Zufriedenheit. Kein Wunder, dass es mich immer wieder hierher zurückzieht.“ Libellen surren über dem Wasser, im Frühjahr und Sommer tummeln sich hier unterschiedliche Entenarten und quaken ihr Lied. Kein Autolärm. Die Gerüche variieren zwischen erdigem Waldboden- und frischem Gras- und Blütenduft. Wer auch mit allen Sinnen bewusst die Natur erleben möchte, der ist hier genau richtig.

Auch beruflich verbindet Peter van Nahmen viel mit der Natur. 2005 ist der promovierte Betriebswirtschaftler als Geschäftsführer neben seinem Vater Rainer in den Betrieb – den „Kleinen Saftladen“ – eingestiegen. Bereits 1917 wurde das Unternehmen als rheinische Apfelkrautfabrik gegründet, vor zwei Jahren feierte die Obstkelterei ihr 100-jähriges Jubiläum. Peter van Nahmen nahm als erster sortenreine Obstsäfte in die Produktpalette auf und forcierte die Idee „Saft als Genuss“. 1994 erfand Rainer van Nahmen den Saft von Streuobstwiesen.

Aus der Region

Das Familienunternehmen legt viel Wert auf Regionalität. „Bei der Verarbeitung von regionalem Obst wissen wir, dass es sich um reine und reife Produkte handelt. Das ist nur durch den persönlichen Kontakt zu Obstbauern, denen wir vertrauen und die unsere Ansprüche kennen, möglich“, erklärt der 48-Jährige zur Herstellung des Direktsaftes. So werden die Streuobstwiesen-Äpfel von 200 Vertragspartnern vom Niederrhein und aus dem Münsterland geliefert, der Holunder beispielsweise stammt aus Mönchengladbach und der Rhabarber unter anderem aus Rees.

Zu den Produkten zählen Gourmet-Säfte, Apfel-Cidre, Frucht-Secco, regionale Mehrwegsäfte und Nektare. Für die langfristige Aufrechterhaltung traditioneller Obstorten hat das Unternehmen im Jahr 2007 begonnen, sortenreine Obstsäfte zu fertigen. Dies waren zunächst die Säfte Niederrheinische „Rote Sternrenette“ und „Schöner von Boskoop“. Im sogenannten „Streuobstwiesenprojekt“ wurden 14.000 Bäume nachgepflanzt. „Obst von traditionellen Bäumen hat einen unvergleichlich guten Geschmack“, betont Peter van Nahmen die Relevanz dieses Projektes.

Die Liebe zur Natur und die Heimatverbundenheit wurden ihm also schon in die Wiege gelegt. Bei uns am Niederrhein fühlt sich Peter van Nahmen einfach zu Hause. „Hier ist es mir wohlig ums Herz. Wenn ich die blühenden Streuobstwiesen, die Kopfweiden und die Weite des Rheins sehe, dann weiß ich: Das ist meine Heimat.“

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