Krefelder Stadtwald

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Lokaler Trinkgenuss: Learning by burning

  Krefelder Stadtwald

Einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben die Spuren von Martin Kerns Sportschuhen im Boden des Krefelder Stadtwaldes: „Seit mehr als 15 Jahren halte ich meiner Laufstrecke im Stadtwald die Treue. Hier habe ich mich schon auf den einen oder anderen Marathon vorbereitet.“ Der 32-Jährige ist gebürtiger Krefelder und hat sich nach unterschiedlichen beruflichen Stationen vor vier Jahren mit seinem Unternehmen ReGINerate in Krefeld selbstständig gemacht. Seitdem brennt er seinen eigenen Gin mit Zutaten vom Niederrhein und vertreibt ihn deutschlandweit.

Die Region ist seine Heimat, er weiß die vertraute Umgebung zu schätzen. Genau hier im Stadtwald hat er seinen Lieblingsplatz gefunden, da er viel Persönliches mit diesem Ort verbindet. Egal, was der Alltag mit sich bringt, hier findet der Jungunternehmer seine Ruhe: „Beim Laufen im Park bekomme ich einen freien Kopf. Am liebsten drehe ich morgens vor der Arbeit meine Runde, um mit viel Energie in den Tag zu starten. Mit klarem Kopf erhalte ich neue Ideen und Anregungen beispielsweise für die Kreation weiterer Gin-Sorten.“

Ein alter Buchenwald, verschiedene Teiche mit Bootsverleih und eine zentral liegende, satt grün leuchtende Spielwiese laden zum Besuch in den Park ein. Die Pferderennbahn sowie das Stadtwaldhaus mit Biergarten bieten zudem viel Abwechslung für Jung und Alt. „Im Biergarten kann man sich mit ganz unterschiedlichen Menschen austauschen. Gerne rede ich auch hier über mein Geschäft und lerne dazu, wenn Kenner vor Ort sind und von ihrem Handwerk berichten.“ Momentan ist der frisch gebackene Familienvater zufrieden mit seinem Angebot, das verschiedene Geschmacksrichtungen – von einem fruchtig komplexen Tropfen bis hin zur Schlehen-Kreation – abdeckt.

1,5 Jahre hat es gedauert, bis Martin Kern mit seiner eigens kreierten Rezeptur für seinen ersten Gin zufrieden war – die Geburt seines Sohnes hat ihm zusätzlichen Antrieb zur Fertigstellung verliehen.

Kreation von Geschmacksnoten

Mit seiner Neuinterpretation eines Klassikers hat Martin Kern zunächst einen feinen Wacholder mit fruchtigen Noten präsentiert. 13 Botanicals, sprich Pflanzengruppen, und 49 Prozent Alkohol machen diesen Gin aus. Der zweite Gin ist mit seinem Namen „Silk City Dry Gin“ eine Hommage an die Stadt Krefeld, der „Stadt wie Samt und Seide“. Er ist die Adaption eines klassischen Gins, bei dem das typische Erkennungsmerkmal Wacholder in den Mittelpunkt rückt. Zwei verschiedene Varianten dieser niederrheinischen Zutat machen diesen Gin aus. Abgerundet wird Martin Kerns Sortiment mit dem, wie er schildert, „ersten echten Schlehen-Gin“. Bei der Produktion sind einem nahezu keine Grenzen gesetzt: „Dadurch entstehen oftmals ungewöhnliche Kombinationen, die absolut einzigartig sind. Gin ist so vielseitig wie kaum ein anderes Destillat, hier kann ich frei experimentieren“, so der Krefelder.

Die Idee zur Gin-Produktion kam dem gelernten Medienkaufmann für Digital & Print in London, wo er vor seiner Selbstständigkeit im Vertrieb gearbeitet hat. „In England hat der Gin eine Tradition und wahnsinnig vielfältige Facetten, bei uns ist der Hype erst vor einigen Jahren entstanden“, weiß der Gin-Liebhaber. Nach dem Motto „Learning by burning“ hat er sich als Neuling in der Gin-Produktion im Selbststudium die Grundlagen und Feinheiten des Brennens beigebracht. Seinen Gin können Interessierte bei diversen Tastings in der Rhine Side Gallery in Krefeld-Uerdingen probieren. Zudem bieten viele Partner in Krefeld den Niederrheiner Gin an.

Zutaten aus der Heimat

Seine Heimat liefert ihm die Zutaten für sein Lieblingsgetränk: „Mein Partner baut eigenen Weizen in Kevelaer an, aus dem Ethanol gebrannt wird. Zudem arbeiten wir mit Gewürzhändlern vom Niederrhein zusammen, die uns mit Wacholder, Hibiskusblüte oder Karotte beliefern.“

Und nicht nur aus diesem „Gin-Grund“ ist der Krefelder zurück zu seinen Wurzeln gekehrt: „Ich mag den Niederrhein. Hier gibt es wunderschöne flache Fahrradstrecken, nette Menschen und dank des Rheins als Barriere immer gutes Wetter“, schwärmt der Niederrheiner. „Außerdem genieße ich das gute Essen. Sauerbraten ist Pflicht!“, ergänzt er schmunzelnd.

Seinen Hobbies Radfahren, Schwimmen, Kochen und Grillen kann er hier wunderbar nachgehen. Und dem Laufen sowieso: „Einen Besuch im Stadtwald empfehle ich Jung und Alt, und zwar längst nicht nur zum Laufen. Hier gibt es einen wunderschönen Biergarten, einen Weiher, Grünflächen zum Picknicken, ein vielseitiges kulturelles Angebot – etwa mit verschiedenen Konzerten – und ganz viele Möglichkeiten des Zusammentreffens mit sympathischen Leuten.“

Für ihn persönlich ist der Park eine Quelle, um Kraft zu schöpfen, Ideen zu entwickeln, durchzuatmen und sich Energie für den Tag zu holen. Ein Lieblingsplatz mit enormer Wirkung also.

Stadtwald, 47800 Krefeld
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